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Sichere Bindung vs. Unsichere – vermeidende Bindung

Sichere Bindung

Erlebt ein Kind Kummer oder bedrohliche Situationen in seinem Umfeld, so entwickelt es nur dann Vertrauen in seine soziale Umwelt, wenn es verlässliche, einfühlsame und verständnisvolle Unterstützung erlebt. Es erfährt sich als liebenswert und entwickelt ein positives Selbstbild. Offenheit, Neugier und Entdeckungsverhalten sind die positiven Folgen. Dieser Typus wird als Variante der sicheren oder autonomen Bindung klassifiziert.

Bei Trennung von der Bindungsperson zeigt das Kind ein Bindungsverhalten z.B. Weinen oder Rufen. Nach einer längeren Trennung wird Stress ausgelöst. Bei Wiederkehr der Bindungsperson reagiert das Kind mit Freude und Suche nach Körperkontakt, es beruhigt sich rasch. Feinfühliges Verhalten der Bindungsperson fördert die Stabilisierung einer sicheren Bindung. 50 – 60% aller Kinder (gem. Längsschnittstudien) weisen eine sichere Bindung auf.

Unsichere – vermeidende Bindung

Fehlende emotionale Unterstützung, mangelnder Rückhalt und häufige Zurückhaltung können hingegen dazu führen, dass ein Kind sich dauerhaft emotional von seiner Umwelt distanziert und seine natürlichen Kontakt-, Zuwendungs- und Nähebedürfnisse unterdrückt. Das Muster der zunehmenden emotionalen Selbstgenügsamkeit fügt sich hier zum Typus der unsicher-vermeidenden Bindung.

Bei der Unsicher – vermeidenden Bindung zeigt das Kind kaum eine Reaktion oder Protest bei der Trennung von der Bindungsperson. Bei Widerkehr reagiert das Kind mit Ablehnung, es sucht keinen Körperkontakt oder Trost. In psychophysiologischen Tests wurde nachgewiesen, das die Trennung von der Mutter bei diesem Beziehungsmuster mehr Stress auslöst als bei einer sicheren oder unsicher – ambivalenten Bindung.

Bei der unsicher – vermeidenden Bindung ist das Elternverhalten häufig vernachlässigend. Das Kind erfährt offene Zurückweisungen bishin zu psychischen und physischen Grausamkeiten durch die Bindungsperson. Durch das vermeidendende Verhaltensmuster, wird die Bindung zur Bindungsperson auf Kosten des Wunsches nach Nähe aufrecht erhalten.

Geschrieben am 30.10.2008 in Bindungstheorie
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